Landschaft in Namibia mit weitem Himmel, Felsen und einem sandigen Weg als Bild für Weite, Stille und innere Prozesse.

„Durch das Lösen meiner unbewussten familiären Verstrickung hat sich in mir ein Raum geöffnet, von dem ich nicht wusste, dass es ihn überhaupt gibt — und den ich jetzt füllen kann.“

Das ist das berührende Fazit einer Teilnehmerin, die in einem Generation Code® Retreat in Namibia an einer tiefen familiären Verstrickung gearbeitet hat. Ich durfte dieses Retreat assistierend begleiten.

Manchmal verändert sich der Blick auf die eigene Arbeit nicht durch ein neues Konzept, sondern durch eine Erfahrung.

Ich bin nach vier Wochen aus Namibia zurückgekommen. Zwei dieser Wochen habe ich in einem Generation Code® Retreat assistiert: vierzehn Tage intensive transgenerationale Arbeit in einer kleinen Gruppe, eingebettet in eine Landschaft, die für mich von Anfang an etwas sehr Erdendes hatte.

Ich war neugierig, wie sich diese verdichtete Arbeit auswirken würde. Bisher kannte ich vor allem die Arbeit in Blockwochenenden: intensive Prozessräume mit Pausen dazwischen, in denen etwas nachwirken und sich im Alltag sortieren darf.

Diese Qualität schätze ich weiterhin sehr.

Und doch habe ich in Namibia erlebt, dass es auch anders gehen kann.

Verdichtung ist nicht Überladung

Die verdichtete Arbeit über vierzehn Tage war nicht überladen. Sie hatte eine eigene Qualität. Prozesse konnten in einem gemeinsamen Feld bleiben, ohne nach wenigen Tagen durch Alltag, Beruf, Familie und gewohnte Rollen unterbrochen zu werden. Es entstand eine Kontinuität, die ich in dieser Form sehr eindrücklich erlebt habe.

Für mich heißt das nicht: Ein Retreat ist besser als Blockwochenenden.
Und es heißt auch nicht: Verdichtung ist immer der richtige Weg.

Es zeigt mir eher, dass seelische Prozesse unterschiedliche Rahmen finden können. Manches braucht Pausen zwischen den Arbeitseinheiten. Manches kann sich in einem längeren zusammenhängenden Raum vertiefen. In beiden Fällen gilt: Der Prozess ist mit dem Ende der eigentlichen Arbeit nicht abgeschlossen. Integration braucht Zeit. Das Erlebte muss sich sortieren, nachwirken, seinen Platz im Inneren und im Alltag finden.

Die Landschaft als haltender Raum

In Namibia war die Landschaft dabei nicht nur Kulisse.

Die Weite, die Stille, das Licht, die Reduktion — all das hatte für mich einen haltenden Charakter. Ich empfand diese Landschaft von Anfang an als erdend. Vielleicht war gerade das ein wesentlicher Grund, warum die Verdichtung nicht eng wurde. Der äußere Raum war weit genug, um inneren Prozessen Raum zu geben.

Gearbeitet wurde in diesem Retreat an unterschiedlichen transgenerationalen Themen: an unbewussten Paarverträgen, an Geschwisterdynamiken und an der Frage, was wir an unsere Kinder weitergeben — oft gerade dort, wo wir es besonders gut machen wollen.

Ein erweiterter Blick auf Verstrickungen

Was ich aus Namibia mitnehme, ist kein neues Versprechen. Aber mein Blick hat sich erweitert: Neben den frühen, oft identitätsprägenden Verstrickungen mit Eltern und Geschwistern wurden dort auch unbewusste Verträge sichtbar, die wir als Erwachsene eingehen — in Partnerschaften oder in der Beziehung zu unseren Kindern.

Diese Verträge entstehen später im Leben, sind aber häufig tief mit alten Wunden verbunden: mit dem Wunsch, etwas zu heilen, zu bewahren oder endlich zu bekommen, was früher gefehlt hat. Gerade deshalb brauchen sie eine sorgfältige, würdige Arbeit.

Besonders die Arbeit nach vorn zu den Kindern hat mich tief berührt. Nicht nur fachlich, auch als Mutter. Darüber möchte ich in einem eigenen Impuls ausführlicher schreiben, weil in dieser Arbeit so viel Liebe, Schuldgefühl, Trauer und Mut sichtbar werden können.

Was bleibt

Was ich aus Namibia mitnehme, ist eine vertiefte Achtung vor dem, was transgenerationale Arbeit braucht:

einen geschützten Rahmen,
Beziehung,
Zeit,
und einen äußeren wie inneren Raum, in dem Menschen wirklich mitgehen können.

Diese Erfahrungen fließen in meine Arbeit mit dem Generation Code® in Potsdam ein. In weiteren Impulsen werde ich auf drei Themen näher eingehen, die mir in Namibia besonders begegnet sind: Paarverträge, Geschwisterdynamiken und die Frage, was wir an unsere Kinder weitergeben.

Ab September beginnt wieder eine kleine Generation Code® Gruppe in Potsdam. Informationen zu Rahmen, Terminen und Konditionen findest Du hier: Generation Code® Gruppenseminar.

Wer sich für diese Arbeit interessiert, kann gern ein unverbindliches Kennenlerngespräch mit mir vereinbaren.